
Unsere Forderungen auf einen Blick
- Einführung einer Gemeinschaftsschule
- Bildungspolitik in den Kompetenzbereich des Bundes
- Erhöhung der bundesweiten Investitionen in das Bildungssystem
- mehr Lehrer
- vielseitige verpflichtende Fortbildungen für Lehrkräfte
- bezahlbares Mittagessen
- Sozialarbeiter, Logopäden und Psychologen an die Schulen
- kostenlose Bildung vom Kindergarten bis zum Hochschulabschluss
- Turboabitur abschaffen
- mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten
- Frühkindliche Erziehung fördern
- 10er Abschlussprüfungen abschaffen
- Fokus auf persönliche Entwicklung der Schüler
- verpflichtender Ethikunterricht
- Bildung säkularisieren
Bildungspolitik der Zukunft
Das dreigliedrige Schulsystem muss abgeschafft und durch eine Gemeinschaftsschule ersetzt werden. Eine Gemeinschaftsschule ist die beste Möglichkeit um soziale Differenzierungen und Diskriminierungen einzuschränken. Wie in dem Modell der Gesamtschule können die Schüler Kurse mit unterschiedlichen Leistungsanforderungen belegen. Die Kurse müssen nach drei verschiedenen Leistungsanforderungen zusammengesetzt werden um jeden Schüler nach seinen Stärken und seinen Schwächen individuell fördern zu können. Diese Schulen können soziale Schranken aufheben und somit auch Spätentwicklern die Chance geben, den Anschluss nicht zu verpassen. Schüler aus verschiedenen sozialen Schichten werden sich auf so einer Schulform kennen lernen, wodurch sich neue Freundschaften entwickeln können und das Verständnis und die Toleranz gegenüber anderen sozialen Schichten wird höher. Die völlige Perspektivlosigkeit, wie sie auf vielen Hauptschulen herrscht, wird so unterbunden.
Um wahre Transparenz zwischen den Schulabschlüssen der einzelnen Länder zu erreichen, ist es weiterhin notwendig, die in der Föderalismusreform 2006 getroffenen Maßnahmen zur Übernahme der Kompetenzen der Bildungspolitik in die Verantwortlichkeit der Bundesländer rückgängig zu machen und die Bildungspolitik wieder im Kompetenzbereich des Bundes zu zentralisieren. Der Bund hingegen muss seine Ausgaben für die Bildung endlich erhöhen und somit den Keller des OECD-Schnitts der Bildungsausgaben verlassen. Durch die Mehrausgaben für Bildung könnten weitere Fachkräfte wie beispielsweise mehr Lehrer, Sozialarbeiter und Logopäden für die Schulen engagiert werden, damit die Schulen wieder ihrem pädagogischem Auftrag gerecht werden können, anstatt dass sie nur durch Verschärfungen der Lehrpläne dazu gezwungen werden den Druck auf die Schüler immer weiter zu erhöhen. Darüber hinaus müssen die Studiengebühren, die 10er Abschlussprüfungen und das Turboabitur wieder abgeschafft werden, um den Leistungsdruck wieder auf ein annehmbares Maß zu senken und die Lehrpläne zu entlasten, damit die Schüler auch im Unterricht Zeit haben gegebene Strukturen kritisch zu hinterfragen und sie somit zu mündigen und aufgeklärten Mitgliedern der Gesellschaft erzogen werden können.
Die Auswirkungen der Bildungspolitik
Angesichts der PISA-Ergebnisse der letzten Jahre stellt kaum noch jemand den Reformbedarf des deutschen Bildungssystems in Frage. Doch brauchen wir wirklich mehr Leistungsdruck auf unsere Schüler, wie durch das Turboabitur und die 10er-Abschlussprüfungen durchgesetzt?
Zunächst einmal steht für viele internationale Organisationen fest, dass in Deutschland zu früh selektiert wird und nach der Wahl eines Schultyps eine geringe Durchlässigkeit zwischen den Schulformen besteht. In kaum einem anderen Industriestaat entscheidet die soziale Herkunft so stark über den Bildungsweg wie in Deutschland.
Durch die Erhöhung des Leistungsdrucks vor allem auf den Gymnasien, den die Landesregierung durch das Turboabitur geschaffen hat, werden die Unterschiede der Leistungsanforderungen der verschiedenen Schulformen noch größer, wodurch der Wechsel von einer Schulform mit geringeren Leistungsanforderungen auf das Gymnasium weiter erschwert wird.
Darüber hinaus sind wir davon überzeugt, dass die durchschnittlichen Leistungen der Schüler sich nicht verbessern, wenn sich nur der Leistungsdruck auf sie erhöht und dafür nicht mehr auf ihre sozialen Probleme eingegangen werden kann. Diese Erziehungsaufgabe können die Lehrer oftmals nicht mehr bewältigen, wenn sie durch 10er-Abschlussprüfungen und Turboabitur dazu gezwungen werden, sich nur noch auf den zu lehrenden Stoff konzentrieren. Schüler mit sozialen Problemen haben so keine Bezugsperson an die sie sich wenden können.
Deshalb brauchen wir eine Gemeinschaftsschule, die die Spaltung der Gesellschaft verhindert und eine große Durchlässigkeit zwischen den Leistungsanforderungen auch einzelner Schulfächer etabliert. Sozialpädagogen und Psychologen müssen die Schüler bei ihren sozialen Problemen unterstützen und die oftmals überforderten Lehrer entlasten, während Logopäden an den Schulen frühzeitig Schüler mit Sprachproblemen unterstützen und so eine Selektion aufgrund sprachlicher Defizite verhindern.

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